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EPM Fussball Männer 2010 PDF Drucken
Geschrieben von DPSK-Geschäftsstelle   
Freitag, 4. Juni 2010
Deutschland verliert im Finale unglücklich und wird Vize-Europameister



Am 21.05.2010 sammelte sich unsere Mannschaft bei der FHPol Brandenburg in Oranienburg und wurde von Delegationsleiter Heinz Ließke in Empfang genommen.

Nach einem Lockerungstraining, Regelung organisatorischer Belange, folgte die Einstimmung auf die Meisterschaft. Am Samstag flogen wir ab Berlin nach Athen, um dort unser Ziel "erfolgreiche Titelverteidigung" zu verwirklichen.

Der Transfer verlief problemlos und wir bezogen unser Quartier im Hotel London. Beim Einchecken bekamen wir schon einen Vorgeschmack darauf, dass diese Veranstaltung einige organisatorische Lücken aufweisen wird. Um es vorneweg zu stellen, dieser Eindruck wurde jeden Tag auf das Neue bestätigt.

 

Schon die Eröffnungszeremonie verlief mehr als schleppend und forderte von den Sportlern schon viel Geduld.

Vorerst beschränke ich mich jetzt aber auf die sportlichen Belange.

 

Deutschland - Schweiz              1:0

 

Die Schweizer, die für die Niederlande eingesprungen waren, verkauften sich in diesem Spiel sehr gut. Wir fanden etwas zähflüssig in diese Begegnung, ließen aber keine großartigen Chancen der Schweizer zu. Als wir das Spiel unter Kontrolle hatten, fiel auch das 1:0 nach einem Freistoß von Robert Porcnic durch Nils Laabs per Kopf in der 22. Minute. Marius Müller verpasste in der 40. Minute das mögliche 2:0.

Sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Wir blieben während des gesamten Spiels dominant und ließen lediglich die Torchancen aus. Nils Laabs und Iman Saghey Bi Ria hätten das Ergebnis auch noch deutlicher gestalten können.

 

Griechenland - Frankreich         0:0

Türkei - England                          2:3

Norwegen - Irland                        0:1

 

Deutschland - Norwegen           2:2

 

Dieses Spiel bewegte sich auf einem hochklassigen Niveau. Die Norweger verstehen es wie keine andere Mannschaft, sich - wenn es gegen Deutschland geht - zu puschen. Besonders gefährlich sind ihre Standards, um die wir aber wussten. Bereits in der Anfangsphase verpassten wir durch zwei Kopfbälle von Andre Kramer und Steffen Rechner eine mögliche Führung. Aus dem Nichts, kassierten wir in der 39. Min. das unerwartete 0:1, als einem Norweger nach einem Freistoß der Ball auf den Hinterkopf fiel und von da unhaltbar ins lange Eck. Wissend um unsere Stärke, erhöhten wir nach der Halbzeit den Druck und Iman wird im 16er gefoult. Nils versenkt im Nachschuss zum 1:1 in der 71. Min. Bereits in der 73. Min. gingen die Norweger wieder in Führung. Nach einem Eckball kann ein Norweger aus kurzer Distanz einköpfen. Jetzt war wieder Moral gefragt und wieder nur zwei Minuten später, spielt Danilo Blank Nils super frei, der keine Mühe hatte, das 2:2 zu machen.

Mit diesem Unentschieden waren wir unter dem Strich dann auch zufrieden.

 

Griechenland - Türkei     5:0

Frankreich - England      3:1

Schweiz - Irland                1:1

 

Deutschland - Irland        3:1

 

Irland präsentiert sich nicht als die Mannschaft, die wir 2006 schätzen gelernt hatten.

Gestikulierend, fluchend, insgesamt recht weichlich, (eigentlich gar nicht britisch) versuchten die Iren, die angesetzte Schiedsrichterin zu beeinflussen. Das gelang ihnen nicht unbedingt, aber die Schiedsrichterin war auch so schon mit der Leitung etwas überfordert. Nach klarer Feldüberlegenheit, gelang uns das 1:0 erst in der 42. Min. Marco Weigl hatte geflankt und Robert schoss aus 6m unhaltbar ein. In der 45. Min. setzte Simon Werner noch einen Kopfball knapp über das Gehäuse der Iren.

In der 57. Min. beging ein Ire ein klares Foulspiel, als er unseren letzten Mann umriss. Ein Pfiff ertönte, aber erst, als der Ball bei uns zum 1:1 im Tor landete. Fortan verlegten sich die Iren auf die Defensive. In der 81. Min. legt Iman super auf Nils ab, Körpertäuschung und klar zum 2:1 versenkt. In der 92. Min. spielt Dennis Wehrendt Iman schön frei und dieser hatte keine Mühe zum 3:1 Endstand. Dadurch waren die Iren auch nicht mehr für das Halbfinale qualifiziert. Darüber freuten sich die Schweizer, denn durch Ihren Sieg gegen Norwegen und unser 3:1 gegen Irland zogen sie in das Halbfinale ein.

 

Griechenland - England 0:1

Schweiz - Norwegen       2:1

Frankreich - Türkei          3:0

 

Halbfinale

Deutschland - England   2:0

 

Nach einer hitzigen Anfangsphase, gewannen wir leichte Feldvorteile und wurden in der 22. Min. dafür belohnt. Nils wird nicht konsequent angegriffen und zieht aus 19 m ab. Der Ball schlägt über dem TW zum 1:0 ein. In der 42. Min. scheitert Nils knapp und schiebt am langen Eck vorbei.

Nach der Halbzeit versuchen die Engländer mehr und gestalteten das Spiel offener. Einen Heber über unseren Keeper kann Robert noch kurz vor der Linie klären und verhinderte dadurch den möglichen Ausgleich.

In der 71. Min. spielten wir einen vorbildlichen Konter. Iman sticht im Zentrum auf Nils durch, der souverän zum 2:0 vollendet. In der 92. Min. vergeben wir eine klare Überzahlmöglichkeit überhastet. Der Finaleinzug war gelungen.

 

Frankreich - Schweiz      1:0

 

Spiel um Platz 7

Norwegen - Türkei           0:1

 

Spiel um Platz 5

Irland - Griechenland       1:4

 

Spiel um Platz 3

England - Schweiz           1:2

 

Finale

Deutschland - Frankreich          2:2 n.V. (3:6 n.E)

 

Das von allen Beteiligten erwartete Finale, wurde am 30.05.2010 um 19.00 Uhr im Apostolos Nikolaidis Stadion angepfiffen. Ein Portugiesischer UEFA Schiedsrichter setzte in diesem Spiel ebenso die Akzente, wie die beiden Teams. Bereits in der 2. Spielminute wurde eine Abseitsstellung der Franzosen ignoriert, die folgerichtig das 0:1 bedeutete. Was in der 7. Min. dann passierte, schlägt dem Fass den Boden aus.

Einen in den Strafraum gespielten Ball köpft Steven Degelmann souverän zum Keeper zurück. Nach dieser Aktion läuft der Französische Stürmer Steven in die Hacken und fällt. Es ertönt ein Pfiff. Alles klar, Freistoß für uns - denkste - Elfmeter für die Franzosen und schon steht es 0:2. Fassungslosigkeit für einen Moment. Und jetzt setzt das ein, was unser Team immer auszeichnet. Disziplin, Harmonie und der absolute Siegeswille. Mit einer enormen Energieleistung kommen wir in das Spiel zurück. In der 27. Min. wird Steffen Rechner klar im Strafraum gefoult. Nils versenkt den Elfer zum 1:2. In der 37. Min. spielt Andre Kramer Steffen Göbel frei der noch am Keeper der Franzosen scheitert. Nur eine Minute später, spielt Dennis Wehrendt Nils frei, der den Keeper der Franzosen überwindet und ins kurze Eck schießt.

2:2 Halbzeit und absolut verdient. In dem weiteren Verlauf des Spiels schenken sich beide Teams nichts. Die Franzosen etwas gefälliger im Mittelfeldspiel, wir dafür in der Abwehr und in den Offensivbemühungen. Speziell Nils wurde dann von den Franzosen als Freiwild betrachtet. Ein Verhältnis von 2 zu 6 gelben Karten für die Franzosen spricht eine deutliche Sprache. Und wenn ich sage, es hätte auch die eine oder andere rote dabei sein können - ist das auch nur meine Meinung - denn ich bin kein UEFA Schiedsrichter.

Es ist mir aber wichtig richtig verstanden zu werden. Die Entscheidungen des Schiedsrichters muss man akzeptieren und das tue ich auch.

 

Da die normale Spielzeit keinen Sieger hervorbrachte, ging es in die Verlängerung.

Hier hatten wir nach Standards noch zweimal die Möglichkeit zum Sieg und es wäre zu schön gewesen, die 5. Meisterschaft hintereinander einzufahren. War aber nicht.

So kam es zum Elfmeterschießen und hier hatten die Franzosen eindeutig die besseren Nerven und holten den Titel wozu wir auch gerne gratulierten. Denn auch Fair Play wird bei uns groß geschrieben.

 

Nach dem Spiel gab es noch zwei Umstände, die besonders erwähnt werden müssen. Nils Laabs wurde als Torschützenkönig besonders geehrt und von den anderen Mannschaften als besten Spieler des Turniers angesehen. Zahlreiche Mitglieder der Teams, Funktionäre und Delegierte sprachen uns ihren Dank für unser gesamtes Auftreten aus und lobten uns für unsere Repräsentation.

Dieser Umstand macht einen schon unheimlich stolz und deswegen dürfen wir uns auch als Sieger fühlen.

 

Meinen Dank habe ich dem Team schon übermittelt, mein besonderer Dank gilt aber neben dem Trainergespann Ralf Kaufmann und Georg Reiser vor allem Daniela Holbach, die sich als Physiotherapeutin unermüdlich in den Dienst der Sache stellte, und unsere Jungs so gut es ging mobilisierte.

 

Wir blicken ab sofort zukunftsorientiert nach Prag, wo die nächste EPM im Fußball 2014 durchgeführt werden soll.

 

 

Eine Abschlussbemerkung sei mir noch erlaubt.

Auch unter Berücksichtigung der derzeitigen Situation in Griechenland, muss hinterfragt werden, ob es noch zeitgemäß ist, Zimmer, die für zwei ausgelegt sind mit drei Sportlern zu belegen. Ob Mannschaften sich allein überlassen werden müssen (kein Mannschaftsbetreuer des Veranstalters). Ob eintönige Verpflegung wirklich dazu angedacht ist, die Stimmung zu verbessern. Ob man tatsächlich vor Ausschluss der Öffentlichkeit agieren muss (hier stellen sich natürlich politische Fragen). Dass einem das Gefühl vermittelt wird, der Sportler steht hinten an und und und. Das die Mitglieder des griechischen Organisationsteams einen halben Tag im Büro arbeiten mussten und danach im Organisationsteam, ist ihnen persönlich hoch anzurechnen. 

 

 

Unserer erfolgreichen Mannschaft gehörten an:

Heinz             Ließke                      (Delegierter)

Michael          Hirschfeld                 (Fachwart im DPSK)

Ralf                Kaufmann                (Trainer)

Georg             Reiser                                   (Co-Trainer)

Daniela          Holbach                    (Physiotherapeutin)

Marius            Müller

Robert            Pocrnic

Danny            Kempter

Simon            Werner

Marco             Weigl

Jan                 Lorenz

Nils                 Laabs

Iman Saghey Bi Ria

Steffen           Rechner

Tim                 Schellhaas

Tobias            Becker

Serhat            Bagriacik

André             Kramer

Steven           Degelmann

Steffen           Göbel

Danilo            Blank

Dennis           Wehrendt

André             Friedrichs



POK Michael Hirschfeld
Fachwart Fußball im DPSK

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 4. Juni 2010 )
 
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