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EPM Marathon 2010 PDF Drucken
Geschrieben von DPSK-Geschäftsstelle   
Mittwoch, 16. Juni 2010
Marathon-EM in Prag/Tschechien. Andrii NAUMOV (UKR) und  Yuliya RUBAN (UKR) siegen mit Weltklassezeiten.
Deutsches Team gewinnt zweimal Bronze.


Am Sonntag, den 09.05.2010 wurden im Rahmen des int. VW Marathon Prag die 5. Europäischen Polizeimeisterschaften im Marathon ausgetragen

Verzeichnet war die Rekordbeteiligung von 26 Nationen mit 108 Polizisten und 54 Polizistinnen. Eine Zunahme der Teilnehmer um über 100% gegenüber der letzten EPM.

Für die deutsche Delegation hatten sich für die Frauenmannschaft Melanie Schulz (BU), Rike Westermann (NHW), Ruth Pohlmann (SH), Eva Scheu (BU), Sandra Kusserow (HH) und Sabine Schmitt (RP) qualifiziert.

Bei den Männern waren Thomas Langer(BY), Thomas Bartholome (NI), Steffen Schnieders (NW), Jürgen Wagner (HE), Uwe Reinke (BY) und Jens Borrmann (SN) am Start.

Nachdem sich die qualifizierten Läuferinnen und Läufer am Abend des 06.05.2010 bei der
VII. Bereitschaftspolizeiabteilung in Sulzbach-Rosenberg/Bayern, vollzählig und gesund, eingefunden hatten, konnte das Abenteuer Marathon Europameisterschaft 2010 beginnen.

Hoch motiviert reisten die Aktiven in Begleitung des Delegationsleiters und DPSK-Vorsitzenden, POR Fred Kusserow, am Freitag, den 07.05.2010 nach Prag/Tschechien an.

Dem Team zur Seite standen PK Dirk Weninger, Geschäftsführer des DPSK (BE), Trainer und Betreuer PR Jörn Durst (TH), Physiotherapeut PHM Andreas Schneller (BW), der Fachwart für Crosslauf PHM Jörg Müller (BW) und unser Fahrer und „Mann für alle Fälle" POK Knut Ellmaier (BY).

Nach ca. 4 Stunden erreichten wir unser vorläufiges Ziel, das Athletenhotel „Pyramidia" in Prag.

Dort waren alle Teilnehmer incl. alle int. Topathleten untergebracht.

Direkt nach der Ankunft empfingen uns die tschechischen Betreuer, die uns während der Veranstaltung tatkräftig unterstützten.

Nach der Überprüfung der Startunterlagen und der Akkreditierung erfolgte der Zimmerbezug in unserer Athletenunterkunft.

Am nächsten Morgen dann die technischen Besprechung im Kongresssaal des Hotels.

Hier wurde sofort klar, dass sämtliche Topathleten der osteuropäschen Länder nicht nur formal gemeldet sondern auch tatsächlich an den Marathonstart gehen würden.

„Die tschechischen Organisatoren, die Czech Police Sport´s Union, werden mit Sicherheit eine unvergessliche Veranstaltung von hohem sportlichem Wert erleben."

Ein Blick in die ausgelegten  Teilnehmerlisten konnte diese Einschätzung nur unterstreichen. Mit NAUMOV, SALO und ANTONENKO hatte die Ukraine absolute Topleute, die zuletzt bei der WM in Berlin am Start standen, gemeldet.

Russland stand mit ihrem int. erfolgreichen Frauenteam in keinster Weise nach.

Aber schnell wurde auch klar, dass unser Team bei optimalem Verlauf und Leistungsabruf auch eine kleine Chance auf einen Medaillengewinn haben könnte.

Dies wurde bei der anschließenden Besprechung den Athleten nochmals ins „Gedächtnis" gerufen.

Dementsprechend motiviert ging es anschließend mit dem Bus zur offiziellen Streckenbesichtigung an den Altstätter Ring (Start/Ziel) und in die Prager Altstadt.

Dort stellten wir fest, dass der Streckenverlauf des Volkswagen Marathons an den schönsten Orten der Stadt vorbei führt. Dort, wo Urlauber sonst ihre Freizeit mit Sightseeingtouren verbringen, quält sich am Sonntag der Lindwurm der Athleten entlang der Moldau und über die historische Karlsbrücke. Die Libeský most ist die zweite Brücke, die die Läufer über den Fluss führt. Da sich der komplette Marathon fast nur an der Uferstrecke orientiert, beträgt die Steigung auf 42 Kilometern gerade einmal 10 Meter. Leider konnte man aber auch ca. 60 % Kopfsteinpflaster „bewundern" das manchem Athleten schon beim Anschauen den Schweiß auf die Stirn trieb.

Wieder zurück, Abendessen und anschließend, pünktlich um 20.00 Uhr, vollzählig die offizielle Eröffnung der 5. EPM im Marathonlauf im großen Kongresszentrum des Hotels, mit der Sprechung des olympischen Eides und der Hissung  der USPE-Flagge.


Wettkampftag:

„Besonders sportlich geht es auch am kommenden Wochenende in Prag zu. Am Sonntag, dem 9. Mai startet der landesweit renommierte Pragmarathon. In ganz Tschechien erwartet die Läuferszene dieses internationale Event schon seit Wochen mit großer Spannung.

Wer die Goldmedaille in der Goldenen Stadt erringen wird ist noch völlig offen. Zuschauer werden einen offenen Schlagabtausch der internationalen Spitzenstarter erleben

Alle Einsatzkräfte sind bestens gerüstet um am Sonntag einen absolut einwandfreien Ablauf des Volkswagen Prag Marathon zu gewährleisten."

Diese Zeilen waren das Erste was wir auf dem Weg zum Start am Sonntag gg. 07.00 Uhr in der Hotelhalle lesen durften.

Ab diesem Zeitpunkt stiegen die Spannung und die Nervosität der Läufer spürbar an.

Am Altstätter Ring angekommen, noch eine kurze Vorbereitung, Aufstellung in der ersten Startreihe.
Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 12° Celsius waren die Bedingungen perfekt für einen schnellen Marathon. Die Spannung stieg, als 7.900 Teilnehmer (ein Anstieg um 30% zum letzten Jahr) und mehr als 150 Eliteathleten (darunter etliche Weltklasseläufer und unsere Polizisten)) beim historischen Prager Altstadtring gebannt auf den Start warteten.
Der Startschuss abgegeben durch den Bürgermeister der Stadt Prag zum Prag Marathon fällt pünktlich um 9.00 Uhr, das Rennen beginnt.
Bedingt durch ihre jeweilige persönliche und taktische  „Marschroute" hatte jeder unserer Läufer/innen seinen „Zeitplan" im Vorfeld angegeben. Wir konnten deshalb an allen Verpflegungsstationen unsere Wettkämpfer optimal mit Getränken und aufbauenden Worten betreuen
Mit der absoluten Weltklassezeit von 2:05:39 überquerte der erste Läufer, Elid Kiptanui aus Kenia die Ziellinie, mehr als zwei Minuten unter der alten Bestzeit und in der sechstschnellsten Zeit, die dieses Jahr überhaupt auf der Welt gelaufen wurde. Eine Zeit, die man sich in Prag bisher nicht vorstellen konnte.
Aber dann, ca. 15 Minuten später kamen schon unsere Läufer ins Ziel. Thomas Langer als bester Deutscher in der Zeit von 2.31.37 Std. Gefolgt von Thomas Bartholome in 2.32.41 und Steffen Schnieders in 2.35.38 Std. Unser Oldie Jürgen Wagner vervollständigte die ausgeglichene Mannschaftsleistung mit seiner Finisher-Zeit von 2.39.35 Std.

Noch ein kurzes Warten, dann die Erlösung: .Eine Mannschaftsmedaille mit der die Farbe Bronze.

Die Ukrainer mit dem Sieger der Polizeiwertung Andrii Aumov (2.13.49 Std) waren, wie zu erwarten war, zu stark und damit nicht zu schlagen. Auch die Mannschaft der Franzosen hatte einen Glanztag erwischt und sicherten sich den zweiten Platz.

Aber mit Bronze konnten wir alle mehr als zufrieden sein.


Melanie Schulz führt Frauenteam zu Bronze

Im Wettbewerb der Frauen hielt sich Melanie Schulz, unsere Deutsche Topläuferin lange Zeit in der Spitze. Noch bei Kilometer 21,1 war sie mit 1.18 Std. noch im Bereich ihrer persönlichen Bestzeit. Doch auf den letzen Zehn Kilometer kam sie mit dem ungewohnten Pflastersteinbelag nicht mehr so „richtig klar" und verlor dadurch wertvolle Zeit.

Im Ziel blieben die Uhren bei ihr bei einer Zeit von 2.44,41 Std stehen. Dies war Platz 5 in der Polizeieinzelwertung und Platz 14 in der Gesamtwertung Frauen des int. Prag Marathon.
Der Grundstein für eine Mannschaftsmedaille war gelegt.
Ebenfall persönliche Bestzeit liefen Rike Westmann, 2.59.57 Std und Ruth Pohlmann mit 3.05.47 Std. Als kurze Zeit später Eva Scheu mit 3.07.52 Std völlig erschöpft das Ziel erreichte war klar, auch hier ist die BROZE Medaille sicher.

Auch im Gesamtklassement setzte sich wieder eine Ukrainerin durch. Yuliya RUBAN (2.31.13 Std) gewann vor der Russin Lyubov MORGUNOVA (2.39.26)

Ergebnisse:

Herren:

1. Platz: Andrii NAUMOV,           Ukraine,                      2:13:49 Std

2. Platz: Taras SALO,                Ukraine,                      2:18.51 Std

3. Platz: Mitja KOSOVELJ           Slowenien                   2:21.33 Std

11. Platz: Thomas LANGER         Deutschland               2:31.37 Std

13. Platz: Thomas BARTHOLOME Deutschland               2:32.41 Std

18. Platz: Steffen SCHNIEDERS   Deutschland               2:35.38 Std

30. Platz: Jürgen WAGNER          Deutschland               2:39.35 Std

43. Platz: Uwe REINKE                Deutschland               2:44.29 Std

71. Platz: Jens BORRMANN          Deutschland               2:59.23 St


Mannschaft:

1. Platz:   Ukraine                         9:30.55  Std 

2. Platz:   Frankreich                  10:11.15  Std

3. Platz:   Deutschland               10:19.31  Std


Frauen:

1. Platz: Yuliya RUBAN,                  Ukraine,                      2:31:13 Std

2. Platz: Lyubov MARGUNOVA,        Russland,                    2:33.17 Std

3. Platz: Valentyna POLTAVSKA       Ukraine                      2:39.26 Std

5. Platz: Melanie SCHULZ                Deutschland               2:44.41 Std

13. Platz: Rike WESTERMANN          Deutschland               2:59.57 Std

20. Platz: Ruth POHLMAN                Deutschland               3:05.47 Std

23. Platz: Eva SCHEU                     Deutschland               3:07.52 Std

24. Platz: Sandra KUSSEROW         Deutschland               3:09.14 Std

31. Platz: Sabine SCHMITT             Deutschland               3:17.17 Std


Mannschaft:

1. Platz:   Ukraine                       10:38.42  Std 

2. Platz:   Russland                     11:25.00  Std

3. Platz:   Deutschland               11:58.17  Std


Downlod der Ergebnislisten unter Ergebnisse


Wie es seit längerer Zeit im deutschen Marathon-Team üblich, erfolgte abends in einer „Stillen Stunde" die Würdigung der erbrachten Leistungen unserer Läuferinnen und Läufer(Nicht zu vergessen die pflegenden Hände von Andreas Schneller).

Abends wurde im Ausstellungssaal unseres Hotels die Abschlussveranstaltung, die von unseren tschechischen Gastgeber perfekt organisiert und ausgerichtet wurde, durchgeführt. Hierbei wurden die Klassen- und Mannschaftssieger der Frauen und Männerwettbewerbe gesondert geehrt und mit Ehrenpreisen bedacht..
Für mich persönlich war es eine Augenweite die vielen Athleten und Funktionäre in festlicher Kleidung anzutreffen (Wobei ich der Meinung bin, dass die deutsche Delegation in punkto Kleidung am besten aussah. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich ja schon immer streiten).

Zum Abschluss noch ein paar persönliche Worte . Zunächst möchte ich den Veranstalter zum Niveau dieser Marathonveranstaltung  beglückwünschen. Dies ist meiner Meinung nach der richtige Weg, eine so hochwertige Meisterschaft in einen int. „Klassiker" wie den Prag Marathon zu integrieren. Dadurch ist gewährleistet, dass auch alle int. Spitzenathleten, über die die Polizei zweifelsohne verfügt, am Start sind.

Es gibt immer irgendwelche Kleinigkeiten die Anlass für Kritik sein können. Aber die geschaffenen Rahmenbedingen waren die Basis für die Topleistungen die zweifelsohne von den Läufern/innen erbracht wurden.

An dieser Stelle danke ich allen Entscheidungsträgern, Vorgesetzten, den Mitarbeitern der DPSK-Geschäftsstelle, den Heimtrainern und nicht zuletzt dem eingesetzten Funktionspersonal (Trainer/Fachwart/Delegierter/Masseur/Fahrer) für ihre tatkräftige und hervorragende Unterstützung. Nur durch das kollektive Zusammenspiel aller Beteiligten sind Meisterschaften dieser Art zu bewältigen.

Ich bedanke mich auch beim Bundesministerium des Innern für die finanziellen Förderung und Unterstützung von Meisterschaften auf Europäischer Ebene.

Für mich persönlich waren diese Polizei-Marathon-Europameisterschaften ein tolles Erlebnis und ich habe diese schöne Zeit im Deutschen Team genossen.

Des Weiteren dienen mir die gesammelten Erfahrungen und Eindrücke als Riesenmotivation für die Zukunft und weiteren sportlichen Meisterschaften.

Ein persönliches Dankeschön auch an unsere Athleten für ihren sportlichen Einsatz und zu ihrem korrekten Auftreten. 

 

Jörg Müller
Fachwart Cross/Marathon

 
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