DPM Fußball Frauen 2010 - Endrunde
Geschrieben von DPSK-Geschäftsstelle   
Mittwoch, 16. Juni 2010

4. DPM im Fußball der Frauen 2010 in Bad Hersfeld

-Hessen gelingt erfolgreiche Titelverteidigung-



Die 4. DPM im Fußball der Frauen wurde i.d.Z. vom 7.-11. Juni 2010 in Bad Hersfeld ausgetragen.

Mit der Durchführung wurde das PP Osthessen beauftragt und ich kann schon hier anmerken, dass den verantwortlichen Organisatoren um EPHK Klaus Troch und PHK Stefan Schiller, eine Veranstaltung der Superlative gelungen ist.

Bereits die Eröffnungsfeier in der stilvollen Stiftsruine mit Steffi Jones (Präsidentin OK der FIFA Frauen WM 2011) vermittelte Gänsehautfeeling pur.

Zahlreiche Ehrengäste, Sportgrößen aus der Region, musikalische und tänzerische Einlagen und ca. 1000 Zuschauer boten einen mehr als würdigen Rahmen für eine Eröffnungsveranstaltung, die in dieser Art bisher einmalig war.

 

1. Spiel

Bayern - Schleswig-Holstein        4:1

 

Bayern, von Anfang an hell wach und tonangebend, verzeichnete bereits in der Anfangsphase 2 Torchancen, die aber noch ausgelassen wurden. In der 15. Min. machte es Tanja Romert besser. Mit einer Körpertäuschung wurden die Gegenspielerinnen verladen und sie schoss aus 12m überlegt ein. Bayern danach weiterhin dominant und versetzte dem Gegner mit einem Doppelschlag in der 35. Min. und 37. Min. den vorzeitigen KO. Melanie Wegmann mit einem schönen Schlenzer ins lange Eck und Marina Vogt mit einer Volleyabnahme sorgten für eine souveräne 3:0 Halbzeitführung.

Nach der Pause stellte SH um und wurde bereits in der 48. Min. mit dem Anschlusstreffer von Stephanie Güldenzopf belohnt. Zwingende Möglichkeiten blieben in der Folge eher Mangelware. Das Endergebnis stellte Barbara Tratz quasi mit dem Schlusspfiff her, als sie sich im 16er durchsetzte und überlegt ins lange Eck einschiesst.

 

2. Spiel

Hessen - Baden-Württemberg     3:1

Die zahlreichen Zuschauer erlebten eine etwas unkontrollierte Anfangsphase. Danach war Hessen aber in der ersten Spielhälfte klar dominant.

In der 26. Min. kann BW Torfrau einen Smisek Schuss nur abklatschen. Bianca Feuerbach hat mit dem Abstauber aus kurzer Distanz keine Mühe zur 1:0 Führung.

Nur 4 Min. später erzielt Diana Triebensky mit einem satten Distanzschuss die 2:0 Halbzeitführung.

BW organisierte sich neu und kommt in der zweiten Spielhälfte besser ins Spiel, was Hessen aber auch unerklärlicherweise zulässt. In der 65. Min. wird Nicole Scherer super angespielt und schließt gekonnt aus 7m zum 2:1 ab.

Hessen investiert jetzt wieder etwas mehr, lässt aber in der Folge zwei hundertprozentige ungenutzt. Die Erlösung kam in der 90. Min. als ein Konter in Überzahl durch Magdalena Wehner zum 3:1 Endstand abgeschlossen wird.

Hessen brachte sich unnötig in Schwierigkeiten, war insgesamt aber die bessere Mannschaft.

 

 

 

3. Spiel

Bayern - Berlin       3:1

In der ersten Halbzeit gab Bayern klar den Takt vor und ging bereits nach einer knappen Viertelstunde mit 1:0 in Führung. Melanie Wegmann war nach Freistoß von Tanja Romert mit dem Kopf zur Stelle. In der 18. Minute vergibt Wegmann aus kurzer Distanz.

Die zweite Spielhälfte verlief dann recht kurzweilig. Berlin lässt in der 47.Min. die Möglichkeit zum Ausgleich ungenutzt, wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre.

Ab der 55. Min. bricht Bayern konditionell auch etwas ein und Berlin drängt auf den Ausgleich. Und jetzt nimmt das Spiel einen Verlauf, der typisch ist. Berlin vergibt zwei hundertprozentige Torchancen in der 69. Min. Bayern hatte sich aufs Kontern verlegt und wird in der 73. Min. noch im letzten Moment geblockt. Die anschließende Ecke wird von Berlins Torfrau unterlaufen und Stefanie Lieb hatte aus kurzer Distanz keine Mühe. Ein weiterer Konter führt in der 76. Min. zum vorentscheidenden 3:0 durch Melanie Wegmann, die im Nachschuss erfolgreich war.

Berlin steckt aber nicht auf und erzielt den Ehrentreffer in der 88. Min. durch Sarah Tiede.

 

 

4. Spiel

Nordrhein-Westfalen - Baden-Württemberg                2:2

BW geht nach 16. Min. durch die Sandra Ruf in Führung. Nach einem Beinschuss bekommt sie den Ball frei präsentiert und erzielt aus 7m das 0:1. NRW hat mit den dicht gestaffelten BW sichtlich Mühe, ein konstruktives Spiel aufzuziehen.

In der zweiten Sielhälfte erhöht NRW den Druck und scheitert in der 53. Min. noch mit einem Kopfball. In der 60. Min. dann doch der ersehnte Ausgleich. Marina Himmighofen ist nach einer Standardsituation aus 6m erfolgreich. NRW ist jetzt besser und in dieser Drangphase gelingt Sandra Matthiä mit einem schönen Linksschuss in der 77. Min. auch die 2:1 Führung. Warum NRW sich jetzt zurückzieht, ist unerklärlich. Die Konsequenz ist der Ausgleich. Ines May erzielt mit dem Traumtor des Turniers aus ca. 20 m in den Winkel das 2:2.

 

 

5. Spiel

Berlin - Schleswig-Holstein         2:1

 

Beide Teams wollten das kleine Finale erreichen. Die Aktionen im Spielaufbau wurden insgesamt aber zu hastig betrieben und die Folge waren zahlreiche Fehlpässe. Eine solche Aktion führt dann auch zum 1:0 durch Antje Schreiterer, die von einem Querschläger in der Abwehr profitiert und gekonnt mit einem Heber ins lange Eck aus 18 m trifft. Etwas unerwartet dann der relativ schnelle Ausgleich. Nach einem schönen Doppelpaß erzielt Diana Ross aus 11m das 1:1.

In der 64. Min. verursacht SH's Torfrau einen unnötigen Strafstoß, der von Ulrike Fechner souverän verwandelt wird. Die Berliner hatten die etwas kompaktere Mannschaft und der Sieg geht deswegen insgesamt auch in Ordnung.

 

6. Spiel

Nordrhein-Westfalen - Hessen               0:1

Bei diesem Spiel ging es um den Einzug ins Finale, wobei Hessen bereits ein Unentschieden genügte. Schon in der 7. Min. ließ es Sandra Smisek mit einem 20m Schuss unter die Latte krachen. Der Ball soll die Torlinie aber nicht überschritten haben. NRW verkauft sich nicht schlecht, bleibt aber in der Offensive zu harmlos.

Monika Reisert erzielt mit einem 22m Distanzschuss die verdiente 0:1 Führung, wobei der Ball nicht unhaltbar erschien. Im Verlauf des Spiels neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend und ließen keine großen Torchancen mehr zu.

Unterm Strich zog Hessen verdient ins Finale ein.

 

Spiel um Platz 5

Baden-Württemberg - Schleswig-Holstein       5:0

Bereits der erste Angriff in der 1. Spielminute brachte schon die 1:0 Führung für BW.

Ein schöner Flankenlauf von Anne Bury, wurde von Sandra Ruf per Kopf abgeschlossen. Davon sichtlich geschockt, hatte SH im weiteren Verlauf nicht mehr viel entgegenzusetzen.

Torstenogramm:

2:0 (30.Min.) Magdalena Klein

3:0 (37.Min.) Carmen Höflin

4:0 (64.Min.) Magdalena Klein

5:0 (86.Min.) Carmen Höflin

 

Spiel um Platz 3

Nordrhein-Westfalen - Berlin      2:0

Beide Teams waren bedacht, möglichst schnell die Grundordnung zu finden.

Zwischen der 25. Min. und der 36. Min. versuchten beide mehr zu investieren und kamen zu Torschüssen, die ihr Ziel aber verfehlten.

Nicht so in der 42. Min., als Nicole Eichholt mit einem strammen Schuss die Führung für NRW erzielt. Die Vorentscheidung fiel in der 64. Min, als Sandra Matthiä vorbildlich bedient wird und keine Mühe hat, das 2:0 zu erzielen.

Beide Teams prüften in der Endphase die Torfrauen, die diese Prüfungen aber souverän meisterten.

NRW sicherte sich durch diesen Erfolg die Bronzemedaille.

 

Finale

Hessen - Bayern                3:0

Der Spielball zum Finale wurde von Ex-Turnweltmeister Eberhard Ginger und der ehemaligen Weltmeisterin im Fußball Nia Künzer ins Stadion An der Oberau eingeflogen. Die stattliche Kulisse von ca. 500 Zuschauern erlebte dann auch gleich eine turbulente Anfangsphase. Die erste Aktion gehört Bayern, ein Schuss wird über das Gehäuse geblockt. In der 3. Min. muss sich Bayerns Torfrau beweisen und hält im Nachfassen. Zwei Möglichkeiten in der 25. und 27. Minute häten schon die Führung für Hessen bedeuten müssen. Diese fällt in der 31. Min. durch Julia Schlothauer, die aus kurzer Distanz zum 1:0 einschiebt. Hessen jetzt klar dominant, vergibt aber bis zu Pause noch drei weitere Tormöglichkeiten. In der 68. Min. fällt dann die Vorentscheidung, als Bayerns Torfrau einen Schuss von Meike Weber durchrutschen lässt.

Den 3:0 Endstand erzielt Franziska Heldt in der 82. Min.

Hessen war jederzeit Herr der Lage und hätte das Ergebnis in der Endphase auch noch höher gestalten können. Das war eine souveräne Titelverteidigung.

Die DPM fanden ihren Abschluss in der Stadthalle von Bad Hersfeld, wo der Ausrichter noch einmal alle Register gezogen hatte, um den Teilnehmern einen würdigen Rahmen zu präsentieren.

Eine kurzweilige Moderation, Videopräsentation, Ehrungen der Teams, Stepptanz und musikalische Darbietung werden den Teilnehmern bestimmt nachhaltig in Erinnerung bleiben.

 

Fazit:

Wir haben in Bad Hersfeld eine optimale Meisterschaft erleben dürfen, angefangen von kurzen Wegen zu Trainings- und Spielorten, Betreuung und dem Rahmenprogramm. Die Spiele wurden regelmäßig von ca. 300 - 500 Zuschauern begleitet, und jede Mannschaft wurde von "ihrer Schule" unterstützt und angefeuert. Wer vor Ort miterlebt hat, wie sich Stadt Bad Hersfeld insgesamt, besonders aber die örtlichen Vereine und Schulen eingebracht haben, wird mir zustimmen, das Ganze war einmalig!

Ich möchte allen Dank sagen, die zu diesem Event als positiver Imageträger für die Polizei beigetragen haben.

 

 

 

 

Michael Hirschfeld

Fachwart Fußball im DPSK