Sport in der Polizei

7. World Police Championship Marathon 2011 in Prag/Tschechien

Oleksandr MATVYICHUR (UKR) und Otgonbayar LUVSANLUNDEG (Mongolei) siegen mit internationalen Klassezeiten

Deutsches Frauen-Team ist Vize-Weltmeister

Männermannschaft belegt den vierten Platz

 

Am Sonntag, den 08.05.2011, wurden im Rahmen des internationalen VW-Marathons in Prag die 7. World Police Championship im Marathonlauf ausgetragen.

Dieser Marathon hatte eine Rekordbeteiligung mit 129 Polizisten und 54 Polizistinnen aus 27 Nationen.

 

Für die deutsche Delegation hatten sich für die Frauenmannschaft Nadine Fromm (BW), Rike Westermann (NRW), Nadine Dechant (BY) und Sandra Kusserow (HH) qualifiziert. Bei den Männern waren Carsten Stegener (BY), Robert Ruf (BY), Lars Siegmund (HE) und Jens Borrmann (SN) am Start. Dem Team standen mit Trainer und Betreuer POR Jörn Durst (TH) und dem Fachwart für Marathon/Crosslauf, PHM Jörg Müller (BW), erfahrene Verantwortliche zur Seite.

 

Hoch motiviert reisten die Aktiven freitags nach Prag. Treffpunkt war das Athletenhotel "Pyramidia" in Prag, in dem alle Teilnehmer incl. aller int. Topathleten untergebracht waren. Direkt nach der Ankunft empfingen uns die tschechischen Betreuer, die uns während der Veranstaltung tatkräftig unterstützten. Nach der Überprüfung der Startunterlagen und der Akkreditierung erfolgte der Zimmerbezug in unserer Athletenunterkunft. Am nächsten Morgen folgte die technische Besprechung im Kongresssaal des Hotels. Hier wurde sofort klar, dass sämtliche Topathleten der osteuropäischen Länder nicht nur formal gemeldet sondern auch tatsächlich an den Marathonstart gehen würden.

 

Ein Blick in die ausgelegten Teilnehmerlisten konnte diese Einschätzung nur unterstreichen: Mit Matvyichuk, Taras und Babaryka hatte die Ukraine Spitzenathleten, die zuletzt bei der EM in Barcelona am Start waren, gemeldet.

Dennoch bestand die Möglichkeit und Hoffnung, dass unser Team bei optimalem Verlauf und Leistungsabruf auch eine kleine Chance auf einen Medaillengewinn haben könnte. Dies wurde bei der anschließenden Besprechung den Athleten nochmals ins "Gedächtnis" gerufen. Dementsprechend motiviert ging es anschließend zur offiziellen Streckenbesichtigung an den Altstädter Ring (Start/Ziel) und in die Prager Altstadt. Die Strecke führt entlang der Moldau und über die historische Karlsbrücke. Die Libeský most ist die zweite Brücke, die die Läufer über den Fluss führt. Da sich der komplette Marathon fast ausschließlich an der Uferstrecke orientiert, beträgt die Steigung auf 42 Kilometern gerade einmal 40 Meter. Leider konnte man aber auch ca. 60 % Kopfsteinpflaster "bewundern", das manchem Athleten schon beim Anschauen den Schweiß auf die Stirn trieb.

 

Pünktlich um 20:00 Uhr fand die offizielle Eröffnung der 7. WM im Marathonlauf im großen Kongresszentrum des Hotels mit dem Hissen der USIP-Flagge statt.

 

Wettkampftag:

Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 16° Celsius waren die Bedingungen perfekt für einen schnellen Marathon. Die Spannung stieg, als 9.500 Teilnehmer (ein Anstieg um 20% zum letzten Jahr) und mehr als 150 Eliteathleten beim historischen Prager Altstadtring gebannt auf den Start warteten.

 

Der Startschuss wurde pünktlich um 09:00 Uhr durch den Bürgermeister der Stadt Prag abgegeben. Bedingt durch die jeweilige taktische "Marschroute" wurde der persönlichen "Zeitplan" im Vorfeld angegeben. Wir konnten deshalb an allen Verpflegungsstationen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer optimal mit Getränken und motivierenden Worten betreuen

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Bereits zu Beginn des Rennens hatten sich verschiedene Laufgruppen mit genauen Zeitvorgaben innerhalb des Marathonfeldes gebildet. Lars Siegmund, Carsten Stegner und Robert Ruff hielten sich immer genau nach der vorgegebenen Marschroute. Diese Läufergruppe passierte mit 38:00 Minuten die 10.000 Meter Marke und hatte bereits zu diesem Zeitpunkt über drei Minuten Vorsprung auf den vierten Deutschen, Jens Borrmann herausgelaufen. Bei Kilometer 21,1/Halbmarathon (1:22 Std.) war aus dieser Gruppe der beste Deutsche noch nicht auszumachen. Zwischen den Kilometer 25 und 30 mussten Robert Ruf und Carsten Stegner leicht abreisen lassen und konnten ihrem Kontrahenten daher nicht mehr folgen. Mit einem Vorsprung von ca. zwei Minuten auf seine Mannschaftskameraden erreichte Lars Sigmund als bester Deutscher in der Zeit von 2:39:49 Std. das Ziel. Dies bedeutete den 10. Platz bei den diesjährigen Polizeiweltmeisterschaften.

Da in unmittelbarer zeitlicher Nähe Carsten Stegner (Platz 14) und Robert Ruf (Platz 15) die Ziellinie überquerten, war unserer Mannschaft der vierte Platz in der Mannschaftswertung der Polizeiweltmeisterschaft nicht mehr zu nehmen.

 

Die Ukrainer mit dem Sieger der Polizeiwertung Oleksandr Matvyichuk (2:17:53 Std.) waren wie zu erwarten zu stark und damit nicht zu schlagen. Auch die Mannschaften aus Polen und Tschechien hatten einen Glanztag erwischt und sicherten sich den zweiten bzw. den dritten Platz.

 

Der anschließende O-Ton unserer "Sieger": "Ein toller Lauf, tolle Bedingungen, wir sind einfach nur glücklich, den Marathon gut überstanden zu haben."

 

Rike Westermann führt Frauenteam zur Vize-Weltmeisterschaft

Genauso spannend gestaltete sich das Rennen bei den Frauen um den Titel "Polizeiweltmeisterin 2011". Hier lief unsere Topläuferin Rike Westermann (NRW) ein mutiges Rennen. Vom Startschuss weg setzte sie sich von ihren deutschen Mannschaftskolleginnen aus Bayern und Hamburg deutlich ab.

Nach Kilometer 10 (50:30 Min) und der Halbmarathondistanz (1:29:00 Std.) hatte sie noch eine Gesamtzeit von unter drei Stunden vor Augen.

Leider musste sie ab Kilometer 30 dem Kopfsteinpflaster Tribut zollen. Trotz leichten Krämpfen und muskulären Problemen auf den letzten Kilometern konnte sie mit der Topzeit von 3:07:30 Std. im Ziel glänzen. Ihre beiden Kolleginnen, Nadine Dechant (BY) und Sandra Kusserow (HH) hatten vom Start weg ein langsameres Tempo gewählt. Beide passierten mit gleichmäßigen Zwischenzeiten die 10 Kilometer bzw. Halbmarathonmarke.

Im Ziel blieben die Uhren bei 3:12:07 Std. für Nadine Dechant stehen. Kurze Zeit später folgte bereits Sandra Kusserow in der Zeit von 3:15:09 Std.

 

Da diese Zeiten in der Gesamt-/Weltmeisterschaftswertung die Plätze 8, 9 und 10 bedeuteten, war der Polizeivizeweltmeistertitel in "trockenen Tüchern".

 

Im Gesamtklassement setzte sich eine Mongolin durch. Otgonbayar Luvsanlundeg (02:39:50 Std) gewann vor der Ukrainerin Tetiana Vernyhor (2:41:23 Std.).

 

Ergebnisse PWM Marathon 2011

 

Erwähnenswert sind natürlich auch die Siegeszeiten des int. Pragmarathons offene Klasse. Mit der absoluten Weltklassezeit von 2:07:07 Std. überquerte der erste Läufer, Barus Kipchumba aus Kenia die Ziellinie. Bei den Frauen siegte mit Lydia Cheromei in der Streckenrekordzeit 2:22:34 Std. eine Kenianerin.

 

Abends wurde im Ausstellungssaal unseres Hotels die Abschlussveranstaltung, die von unseren tschechischen Gastgebern und der USIP perfekt organisiert und ausgerichtet wurde, durchgeführt. Hierbei wurden die Klassen- und Mannschaftssieger der Frauen und Männerwettbewerbe vom höchsten Polizeibeamten Tschechiens, Herrn Vladislav HUSAK und dem USIP-Präsidenten, Herrn Shaikh Ahmad Nawaf Al-Sabah, gesondert geehrt und mit Ehrenpreisen bedacht.

 

Jörg Müller

Fachwart Cross/Marathon