Sport in der Polizei

15. Europäische Polizeimeisterschaft im Schießen

Schieen.jpgDeutsche Mannschaft gewinnt Nationen- und Medaillenwertung

Vom 14. bis 16. Oktober 2011 fand die 15. Europäische Polizeimeisterschaft in Vingsted, Dänemark, statt. Der dänische Polizeisportverband ist kurzfristig als Ausrichter dieser EPM eingesprungen, nachdem Griechenland eine Absage erteilt hatte. Dänemark gelang es, mit großem Engagement eine gut organisierte Meisterschaft auf die Beine zu stellen. Besonders positiv war es, dass alle Mannschaften gemeinsam in einem großen Konferenzzentrum untergebracht und die Schießanlagen direkt mit dem Hotel verbunden waren.

Insgesamt haben Sportlerinnen und Sportler aus 24 Nationen an der EPM teilgenommen.  
Für Deutschland gingen17 Schützinnen und Schützen ins Rennen.

1. Wettkampftag

Die deutsche Mannschaft bei der 15. EPM Schießen. links auf dem Bild der Generalsekretär der USPE, Fred Kusserow, rechts im Bild Johann Peter Holzner, Vorsitzender des DPSKAm Freitag, 14. Oktober 2011, fand zunächst die Eröffnungszeremonie im Kongreßzentrum statt. Der Präsident der USPE, Luc Smeyers, hob dabei die wichtige Bedeutung des Schießens für den Polizeiberuf hervor. Intensives Training, Nervenstärke, Selbstbeherrschung, physische und psychische Fitness sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg beim Schießen und gleichzeitig auch sehr wichtig für die tägliche Polizeiarbeit.Bronce für Antje Noeske, Polizei Mecklenburg-Vorpommern

Es liefen zeitgleich drei Wettbewerbe an, nämlich die Disziplin Luftpistole Frauen, olympische Schnellfeuerpistole und der Wettbewerb KK-Gewehr liegend Männer. Bei der Luftpistole Frauen schaffte Antje Noeske, Polizei Mecklenburg-Vorpommern, mit Platz 3 und einem Finalergebnis von insgesamt 480 Ringen den Sprung auf das Siegerpodest. Einen Finalplatz erreichte auch Claudia Döring aus Thüringen, die auf dem 7. Platz landete.

Im ersten Halbprogramm olympische Schnellfeuerpistole belegte Deutschland mit beiden Startern, nämlich Christian Reiz und Aaron Sauter, beide Polizei Hessen, die ersten zwei Ränge. Dabei schaffte es der erst 20jährige Sauter, immerhin den Doppelpolizeiweltmeister, mehrfachen Weltcupsieger und Olympiamedaillengewinner Reitz hinter sich zu lassen.

Unmittelbar vor dem besten Erfolg seiner sportlichen Karriere stand Udo Baubkus, Polizei Nordrhein-Westfalen, als er in der Disziplin KK-Gewehr liegend bis zum vorletzten Schuss auf Silberkurs lag. Dann ereignete sich beim letzten Schuss allerdings eine Tragödie. Er schoss auf die benachbarte Scheibe und dieser Schuss wurde mit 0 Ringen bewertet. Somit landete er auf dem 8. Platz und war am Boden zerstört. Vom 8. Platz kämpfte sich Christian Butz, Polizei Baden-Württemberg, auf den guten 4. Platz vor.Bronce für Julia Schneider, Polizei Baden-Württemberg

Die zweite Bronzemedaille für Deutschland am 1. Wettkampftag erreichte Julia Schneider, Polizei Baden-Württemberg, die unter schwierigsten Bedingungen mit 577 Ringen im KK-Gewehr liegend Frauen erfolgreich war. Auf den 6. Platz schaffte es Anita Mangold, ebenfalls Baden-Württemberg.

Den Abschluss des ersten Wettkampftages bildetet der Wettbewerb Luftpistole Männer. Ein Kollege aus Spanien dominierte in dieser Disziplin souverän und erzielte einen neuen Polizeieuroparekord. Einen hervorragenden dritten Platz erzielte Tobias Heider, Bundespolizei, mit insgesamt 677,8 Ringen.Bronzemedaille, Tobias Heider, Bundespolizei Knapp das Finale verpasste der Routinier Günter Hettig, Mecklenburg-Vorpommern, dem zwei Ränge zum Finaleinzug fehlten.

Der Bundesfachwart im DPSK, Jürgen Hartmann, stellte am 1. Wettkampftag fest, dass „die Konkurrenz nicht schläft“ und andere Nationen, an diesem Tag besonders Spanien, hervorragende Leistungen gezeigt haben. Mit dem Abschneiden der deutschen Mannschaft war er zufrieden. Er und sein Trainerteam Kurt Hillenbrand, Baden-Württemberg, Hans-Felix Ehrnsperger, Bayern, und Hans-Werner Salomon, Schleswig-Holstein, erinnerten sich daran, dass auch einem ehemaligen Olympiasieger dasselbe Missgeschick widerfahren ist wie dem untröstlichen Udo Baubkus.

Eva Naudsch, Polizei Rheinland-Pfalz, gewann die Goldmedaille, Katarina Hottenrott, Polizei Niedersachsen, Bronze2. Wettkampftag

Der zweite Wettkampftag sollte zu Festspielen der deutschen Mannschaft werden. An dem Tag wurden Medaillen in drei Disziplinen verteilt. Deutschland erreichte zweimal Gold und dreimal Bronze.

Den Medaillenreigen eröffneten die Frauen mit dem Luftgewehr. Eva Naudsch, Polizei Rheinland-Pfalz, dominierte mit 493,9 Ringen und errang damit die Goldmedaille. In der gleichen Disziplin schaffte es die junge Kollegin Katharina Hottenrott, Polizei Niedersachsen, bei ihrem ersten großen Wettkampf auf das Siegerpodest und gewann mit 489,2 Ringen Bronze.

Christian Reitz und Aaron Sauter, beide Polizei Hessen, gewannen Gold bzw. BronzeDem wollten die Männer nicht nachstehen. Wie am Vortag präsentierte sich der junge Aaron Sauter, Polizei Hessen, Sportfördergruppe, in Spitzenform. Er erzielte in der Disziplin olympische Schnellfeuerpistole mit 591 Ringen ein Top-Resultat, was inoffiziell die Einstellung des Weltrekordes bedeutet. Gewonnen hat er aber trotzdem nicht, weil nach neuen Finalregeln in einem K.O.-System der Sieger ermittelt wurde. Dabei hatte der Routinier Christian Reitz, ebenfalls Polizei Hessen, die Nase vorn und gewann die Goldmedaille vor einem Christian Butz, Polizei Baden-Württemberg, erreichte den dritten Platzrussischen Schützen. Dieser hatte im Vorkampf 25 Ringe weniger als Aaron Sauter und profitierte somit am meisten von dem neuen System. Trotz „Weltrekord“ verblieb Aaron Sauter „nur“ die Bronzemedaille.

Das tolle Ergebnis an diesem Tag rundete Christian Butz, Polizei Baden-Württemberg, in der Disziplin KK-Freigewehr, 3 x 40 Schuss, mit dem dritten Platz ab. Der Wettbewerb fand bei extrem schwierigen Verhältnissen statt. Minusgrade und wechselnde Wind- und Die deutschen Sportschützinnen auf dem Weg in die Medaillenränge.Lichtverhältnisse forderten von denDie deutschen Medaillengewinner vom 2. Wettkampftag auf einem Bild. Schützen Höchstleistungen. Der zweite deutsche Schütze, Achim Weber, Bundespolizei, schaffte es ins Finale und belegte den 7. Platz.

Im ersten Teil des Wettkampfes Zentralfeuerpistole Präzision verschafften sich die beiden deutschen Schützen, Christian Reitz und Aaron Sauter mit je 285 Ringen eine gute Ausgangsposition für den zweiten Teil dieses Wettbewerbes, der am nächsten Tag stattfand.

3. Wettkampftag

Gold für Christian Reitz, Polizei HessenEigentlich war der Erfolg des zweiten Tages gar nicht zu übertreffen, dennoch gelang, was nicht für möglich gehalten wurde.

Gleich am Morgen gewann Christian Reitz seine zweite Goldmedaille. In der Disziplin Zentralfeuerpistole wurde der Wettkampf mit dem Duellprogramm fortgeführt. Er schoss hier 295 Ringe und gewann mit insgesamt 580 Ringen. Aaron Sauter bestritt erst seinen dritten Wettkampf in dieser für ihn neuen Disziplin und erreichte mit 573 Ringen den achtbaren 8. Platz.

Zeitgleich lief der Wettbewerb Luftgewehr Männer. Andreas Geuther, Polizei Bayern, erreichte mit 585 Ringen den 5. Platz. Stephan Schmatz, ebenfalls Polizei Bayern, schaffte es bei ungünstigen Bedingungen leider nicht, ins Finale einzuziehen.

Gold für Anita Mangold, Polizei Baden-WürttembergEbenfalls um dieselbe Zeit startete auf der 50 Meter Anlage der Wettbewerb Sportgewehr Frauen, 3 x 20 Schuss. Anita Mangold, Polizei Baden-Württemberg, zog zunächst mit 562 Ringen als Dritte in das Finale ein. Vor ihr war z.B. die große Favoritin aus Slowenien, die bereits eine Goldmedaille in der Tasche hatte. Nun spielte sich ein wahrer Thriller ab. Bis zum letzten Schuss hielt sich Mangold in der Spitzengruppe. Beim letzten Schuss lagen bei den Favoriten die Nerven blank, weil plötzlich Windböen aufkamen. Nerven wie Drahtseile zeigte aber die junge Anita Mangold. Sie setzte noch einmal ab, hatte nur noch drei Sekunden Schießzeit und traf eine 9,5, die zur unerwarteten Goldmedaille führte und einen Jubelsturm im deutschen Lager auslöste. Iris Beyenburg, Polizei Nordrhein-Westfalen, verpasst in dieser Disziplin das Finale knapp und belegte den 9. Platz.Gold für Antje Noeske, Polizei Mecklenburg-Vorpommern

Im Wettbewerb Sportpistole Frauen zeigte die Angehörige der deutschen Pistolennationalmannschaft, Antje Noeske, Polizei Mecklenburg-Vorpommern, ihre Extraklasse. Sie gewann die Disziplin Sportpistole Frauen souverän mit 782,4 Ringen. Den 7. Platz erreichte Claudia Döring, Polizei Thüringen.

Der letzte Wettkampf fand in der Disziplin „Freie Pistole“ statt. Christian Reitz, Polizei Hessen, und Robert Janikulla, Polizei Thüringen, zogen als 7. und 8. ins Finale ein. Für Christian Reitz war es bereits der dritte Wettkampf bei dieser Meisterschaft und der zweite am selben Tag. Eine solche Belastung ist normal nicht üblich. Nun aber rollte er trotzdem das Feld von hinten auf und verunsicherte die Konkurrenz von Schuss zu Schuss. MitBronze für Christian Reitz, Polizei Hessen dem letzten Schuss verdrängte er den französischen Europameister Frank Doumelain vom dritten  Platz und erreichte damit in seinem dritten Wettkampf die dritte Medaille, diesmal in Bronze.

Eine Silbermedaille wurde noch mit der Waffe eines deutschen Schützen in dieser Disziplin erzielt, die aber für Russland gewertet wurde. Im Rahmen der guten freundschaftlichen Beziehungen hat Günther Hettig dem russischen Schützen Gonscharew seine Waffe zur Verfügung gestellt, da die Feuerwaffen der russischen Mannschaft nicht durch den Zoll gelangten.

Am Ende der EPM hatte Deutschland 5 Goldmedaillen und 6 Bronzemedaillen gewonnen. Damit war man die erfolgreichste Nation mit den meisten Medaillen. Zu dem herausragenden Erfolg gratulierten der Mannschaft der Delegationsleiter, Johann Peter Holzner, Vorsitzender des DPSK, und der Fachwart Schießen im DPSK, Jürgen Hartmann.

Die junge deutsche Mannschaft hat nicht nur sportlich hervorragend abgeschnitten, sondern hat sich durch ihr Auftreten viele Sympathien erworben.

In einer würdigen Abschlussveranstaltung wurden die Medaillen überreicht. Bei Buffet und Tanz klang die Veranstaltung in den späten Abendstunden aus. Das DPSK bedankt sich bei der USPE und dem dänischen Polizeisportverband als Ausrichter für die rundum gelungene Veranstaltung. Die nächste EPM Schießen findet 2015 in der Türkei statt.

Die Wettkampfergebnisse stehen unter folgendem Link zum Download bereit:

Ergebnisse der 15. EPM Schießen 2011 in Vingsted/Dänemark