Sport in der Polizei

9. Deutsche Polizeimeisterschaft im Ju-Jutsu

Bild 3_Siegerehrung_-94_kgAnkum/Niedersachsen. Nach 2009 hatte sich das Innenministerium Niedersachsens wieder bereit erklärt die Deutsche Polizeimeisterschaft (DPM) Ju-Jutsu auszurichten. Die besten Ju-Jutsuka der Polizeien der Länder und des Bundes trafen sich vom 20.09. bis 23.09.2011 in Ankum.

Organisation und Durchführung übernahm die Polizeidirektion Osnabrück. mit Polizeivizepräsident Herr Friedo de Vries und seinem Organisationsteam. Er hatte u.a. mit Detlef Fels, Michael Falk und Harald Nehls drei kompetente Mitarbeiter zur Seite, welche die Meisterschaft in hervorragender Weise organisiert und durchgeführt haben.

 

Nach kurzen Begrüßungsreden mehrerer Ehrengäste eröffnete der Delegierte des DPSK und Direktor der Polizei Niedersachsens, Herr Rolf Bahder, pünktlich in der Sporthalle der Haupt- und Realschule Ankum die Deutsche Polizeimeisterschaft.

 

Ihre besten Ju-Jutsu Kämpfer-/innen hatten 13 Bundesländer und der Bund ins Osnabrücker Land geschickt. Insgesamt 130 Athleten/innen kämpften in sechs Gewichtsklassen bei den Männern und in vier bei den Frauen um die Meistertitel.

 

bild2  finale -70kgAm ersten Wettkampftag mussten die Männer in den Gewichtsklassen -62kg, -85 kg , -94 kg und die Frauen in den Gewichtsklassen-55 kg, +70 kg auf die Wettkampfmatten. Die Kämpfe der anderen Gewichtsklassen wurden am zweiten Wettkampftag ausgetragen.

 

In allen Klassen gab es in den Vor- und Finalkämpfen sehr spannende und hart umkämpfte Begegnungen mit manchem knappen Ausgang. Trotz Niederlage verließen die Kämpfer-/innen nicht die Matte, ohne sich von ihren Gegnern und dessen Trainern fair verabschiedet zu haben. Bis auf die im Ju-Jutsu üblichen kleinen Blessuren blieben die TeilnehmerInnen von Verletzungen verschont.

 

Der fachlich kompetente Hallensprecher führte sehr informativ durch die Veranstaltung und stellte die Finalisten mit ihren sportlichen Meriten vor.

 

Im Finalkampf bei den Frauen bis 62 kg standen sich die Zweitplatzierte der DPM 2009 und die Europameisterin der U21, Heike Diedering (Baden-Württemberg) und Bettina Scherrens aus Niedersachsen gegenüber. Bettina Scherrens war Dritte bei der diesjährigen Deutschen Ju-Jutsu -Meisterschaft ihres Verbandes. Trotz anfänglicher Führung konnte sie sich nicht gegen ihre Gegnerin aus Baden-Württemberg durchsetzen, welche diesen Kampf überlegen gewann.

 

Über 70 kg trafen Astrid Garmeier (Bayern) und Kerstin Schmidtsdorf (Brandenburg) aufeinander. Beide Kämpferinnen belegten bei vergangenen Deutschen Polizeimeisterschaften immer vordere Plätze. In diesem Jahr entschied Astrid Garmeier nach drei Minuten Kampfzeit die Begegnung für sich.

 

bild1 finale -62 kgInteressant und spannend verlief der Finalkampf im Leichtgewicht der Männer bis 62 kg. Andre Hötzel (Bayern) und Michael Hötzel (Sachsen) lieferten sich einen erbitterten Kampf um den Titel. Am Ende konnte Andre Hötzel seinen Titel verteidigen und ging als Sieger von der Matte. Es bleibt hier anzumerken, dass die Beiden nicht verwandt sind.

 

Mit Oliver Graf von Schwerin (Hamburg) und Alexander Siems (Niedersachsen) wurden die Finalkämpfe des ersten Tages beendet. Der Hamburger Kämpfer hatte in Siems einen gleichwertigen Gegner und gewann denkbar knapp dieses Finale in der Gewichtsklasse bis 85 kg.

 

Zu keinem Finalkampf kam es in der nächsten Gewichtsklasse, bis 94 kg. Dort hatte sich Uwe Steinmetz (Berlin) u. a. Weltmeister 2004/2005 in seinen Vorrundenkämpfen überlegen durchgesetzt. Sein Gegner wäre Frank Gehrke (Bund) gewesen. Dieser verletzte sich jedoch bei seinem vorherigen Kampf so stark an der Rippe, dass er im Finale nicht mehr antreten konnte.

 

Die interessanten Kämpfe wurden am nächsten Tag fortgesetzt. Bei den Frauen bis 70 kg kämpften Melanie Breitsameter (Bayern) und die auch international erfolgreiche Athletin Franziska Deigner (Baden-Württemberg) gegeneinander. Hier sahen die Zuschauer einen abwechslungsreichen  Kampf, den am Ende Melanie Breitsameter zu ihren Gunsten entscheiden konnte.

 

Sven Just (Sachsen), Vizemeister 2005/2009 und der amtierende Deutsche Polizeimeister Christian Bernhardt (Niedersachsen) standen sich in der Gewichtsklasse bis 77 kg gegenüber. Vorzeitig gewann Sven Just den von ihm langersehnten Titel.

 

Kürzer als die reguläre Kampfzeit von drei Minuten dauerte der Kampf im Schwergewicht. Henry Hubert (Bund), ein Athlet von zwei Metern und 130 kg, international erfolgreicher Judoka hatte mit seinen um einen Kopf kleineren Gegenüber, Christopher Vance (Bayern), einen Gegner, der sich mit allen Kräften gegen die Überlegenheit von Henry Hubert zur Wehr setzte, nur am Anfang des Kampfes seine Mühe. Nach zwei Minuten konnte er den Kampf für sich entscheiden.

 

Hoch her ging es auch im Finale bis 69 kg. Der in Fachkreisen bekannte Christoph Garbrands (Niedersachsen) musste gegen Phillip Pohl (Brandenburg) antreten. Phillip Pohl, Vizemeister im Judo, konnte auch mehrere Punkte für sich verbuchen. Garbrands gewann aber aufgrund seiner besseren Techniken erneut den Titel.

 

Die Kampfrichter leiteten die Kämpfe sehr souverän. Da nicht jedes Bundesland einen Kampfrichter stellen konnte, standen für die beiden Wettkampftage nur 16 Kampfrichter-/innen zur Verfügung. Sie mussten bei den zeitgleich auf drei Matten stattfindenden Wettkämpfen ihren„Mann/Frau“  stehen und waren fast ohne Pause damit beschäftigt die richtigen Entscheidungen und Wertungen abzugeben, was nicht immer leicht war. Außerdem hatte man sie gebeten, Vorschläge für die beiden Technikerpreise und den „Fair Play Pokal“ abzugeben.

 

Interessierte Zuschauer und Beobachter waren an beiden Wettkampftagen die Schüler und Schülerinnen verschiedener Schulklassen des Ortes, welche normalerweise ihren Schulsport in der Wettkampfhalle durchführen. Diese sahen sehr interessiert zu und einige informierten sich, wo man/sie diesen Sport denn ausüben könnten. Dabei konnten sie auch feststellen, dass die WettkämpferInnen trotz einer Niederlage manchmal mit einem Lächeln von der Matte gingen.

 

Bei der Abschlussveranstaltung im Ferien- und Erholungspark Alfsee, in dem auch alle MeisterschaftsteilnehmerInnen untergebracht waren, wurden Melanie Breitsameter (Bayern) sowie Sven Just (Sachsen) mit dem Technikerpreis ausgezeichnet. Den Fair-Play-Pokal erhielt Michael Hötzel (ebenfalls Sachsen).
Die Mannschafts- bzw. Länderwertung konnten die Bayern, vor Niedersachsen und Sachsen, für sich entscheiden.

 

Ergebnisse DPM Ju-Jutsu 2011